Was ist Weaning?
Weaning bezeichnet den Prozess des schrittweisen Entwöhnens von einer maschinellen Beatmung bei Patientinnen und Patienten, die zuvor auf invasive oder nicht-invasive Beatmung angewiesen waren. Ziel ist es, die Spontanatmung wiederherzustellen, die Abhängigkeit vom Beatmungsgerät zu reduzieren und langfristig eigenständige Atmung zu ermöglichen. Der Begriff „Weaning“ stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „entwöhnen“.
Es ist ein zentraler Bestandteil der Intensivmedizin und Beatmungspflege, insbesondere für Patientinnen und Patienten mit schwerer Lungenerkrankung, neuromuskulären Störungen oder nach längeren Intensivaufenthalten. Eine erfolgreiche Entwöhnung von der Beatmung verbessert die Lebensqualität und reduziert das Risiko von Komplikationen, die mit einer langfristigen maschinellen Beatmung einhergehen.
Wann wird Weaning durchgeführt?
Weaning wird notwendig, wenn die Grunderkrankung, die eine künstliche Beatmung erforderlich gemacht hat, ausreichend stabilisiert ist und die Patientinnen und Patienten in der Lage sind, selbstständig zu atmen.
Typische Situationen sind:
- Nach akuten Lungenerkrankungen wie Pneumonie oder ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome)
- Nach Operationen, die vorübergehend eine Beatmung erforderten
- Bei chronischen Lungenerkrankungen wie COPD, Asthma oder neuromuskulären Erkrankungen
- Nach längeren Intensivaufenthalten mit invasiver Beatmung
Die Entscheidung erfolgt individuell und wird regelmäßig anhand von klinischen Parametern wie Atemfrequenz, Blutgaswerten und Muskelkraft überprüft.
Welche Weaning-Methoden gibt es?
Es gibt verschiedene Methoden, um Patientinnen und Patienten schrittweise von der Beatmung zu entwöhnen:
- Spontanatmungsversuche: Patientinnen und Patienten atmen für eine festgelegte Zeit eigenständig, während das Beatmungsgerät nur unterstützend tätig ist.
- Intermittierendes Weaning: Wechsel zwischen maschineller Unterstützung und selbstständiger Atmung über definierte Zeiträume.
- Druckunterstütztes Weaning: Das Beatmungsgerät unterstützt die Atmung nur minimal, um die Atemmuskulatur zu trainieren.
Die Auswahl der Methode richtet sich nach dem Gesundheitszustand, der Grunderkrankung und der Atemmuskelfunktion.
Wie erfolgen die Pflege und Betreuung?
Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte spielen eine zentrale Rolle. Sie überwachen kontinuierlich Vitalzeichen, Sauerstoffsättigung, Atemfrequenz und Blutgaswerte. Außerdem unterstützen sie Patientinnen und Patienten bei Atemübungen, Physiotherapie und Positionierung, um die Lungenbelüftung zu verbessern.
Angehörige werden in den Prozess einbezogen, insbesondere bei längerfristigem Weaning zu Hause oder in außerklinischen Einrichtungen.
Welche Risiken und Herausforderungen gibt es?
Es kann mit verschiedenen Risiken und Herausforderungen verbunden sein:
- Atemnot oder Erschöpfung der Atemmuskulatur
- Blutgasveränderungen wie Hypoxämie oder Hyperkapnie
- Herz-Kreislauf-Belastung bei geschwächten Patientinnen und Patienten
- Rückfall in die Beatmung bei unzureichender Atemleistung
Eine sorgfältige Überwachung, angepasste Weaning-Strategien und interdisziplinäre Zusammenarbeit minimieren diese Risiken.
Was ist das Ziel des Weaning?
Das Ziel ist die Wiederherstellung einer eigenständigen, sicheren Atmung, die Reduktion der Abhängigkeit von Beatmungsgeräten und die Verbesserung der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten.
Erfolgreiches Weaning kann Krankenhausaufenthalte verkürzen, Komplikationen der Langzeitbeatmung vermeiden und die körperliche Belastbarkeit wiederherstellen.