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Kosten der häuslichen Intensivpflege: Was zahlt die Krankenkasse wirklich?

Ein Sparschwein und ein Stethoskop sind auf einem hellblauen Hintergrund zu sehen und stehen für Kosten der häuslichen Intensivpflege.

Inhaltsverzeichnis

Die häusliche Intensivpflege ist für viele schwerstkranke Menschen die einzige Möglichkeit, trotz eines hohen medizinischen Versorgungsbedarfs in der vertrauten Umgebung zu leben. Gleichzeitig sorgt kaum ein anderes Pflegethema für so viele Unsicherheiten wie die Kosten.
Angehörige fragen sich häufig:

  • Wer zahlt die häusliche Intensivpflege?
  • Welche Leistungen übernimmt die Krankenkasse wirklich?
  • Und entstehen Eigenanteile?

In diesem Blogbeitrag schaffen wir Klarheit und zeigen transparent, welche gesetzlichen Regelungen gelten und warum die häusliche Intensivpflege für Betroffene in der Regel finanziell abgesichert ist.

Warum sind die Kosten der häuslichen Intensivpflege so hoch?

Die hohen Kosten der häuslichen Intensivpflege ergeben sich vor allem aus dem hohen Personaleinsatz und der medizinischen Komplexität. Häufig ist eine 1:1-Betreuung durch examinierte Pflegekräfte notwendig, teilweise rund um die Uhr.

Zu den Kostenfaktoren gehören unter anderem:

  • Qualifiziertes Pflegefachpersonal
  • 24-Stunden-Überwachung bei medizinischer Notwendigkeit
  • Spezielle Beatmungs- und Überwachungspflege
  • Dokumentation und Qualitätssicherung
  • Koordination mit Ärzten, Therapeuten und Krankenkassen

Je nach Versorgungsumfang können die monatlichen Kosten zwischen 15.000 € und 25.000 €, in Einzelfällen auch darüber, liegen.

Wer trägt die Kosten der häuslichen Intensivpflege?

Trotz dieser hohen Summen müssen Betroffene die Kosten in der Regel nicht selbst tragen. Die Finanzierung der häuslichen Intensivpflege ist gesetzlich geregelt und erfolgt überwiegend durch die gesetzliche Krankenkasse.

Die maßgebliche Rechtsgrundlage ist § 37c SGB V (außerklinische Intensivpflege). Demnach haben Versicherte Anspruch auf häusliche Intensivpflege, wenn diese medizinisch notwendig ist und eine Krankenhausbehandlung vermieden oder verkürzt werden kann.

Welche Leistungen übernimmt die Krankenkasse?

Die Krankenkasse übernimmt alle medizinisch notwendigen Leistungen der häuslichen Intensivpflege. Dazu zählen insbesondere:

  • Intensive medizinische Behandlungspflege
  • Invasive und nicht-invasive Beatmungspflege
  • Überwachung lebenswichtiger Funktionen
  • Tracheostomabezogene Pflege
  • Kontinuierliche Anwesenheit qualifizierter Pflegefachkräfte
  • Pflegerische Maßnahmen zur Sicherung der Atmung

Auch eine 24-Stunden-Versorgung wird vollständig übernommen, wenn sie ärztlich verordnet und medizinisch begründet ist.

Wichtig: Die Kostenübernahme ist nicht an einem bestimmten Ort gebunden. Die Pflege kann im eigenen Zuhause, in einer Wohngemeinschaft oder in einer spezialisierten Einrichtung erfolgen.

Welche Voraussetzungen müssen für die Kostenübernahme erfüllt sein?

Damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Ärztliche Verordnung

Eine Fachärztin oder ein Facharzt stellt fest, dass eine außerklinische Intensivpflege medizinisch notwendig ist.

  1. Prüfung durch den Medizinischen Dienst

Der medizinische Dienst bewertet den Pflegebedarf und die medizinische Erforderlichkeit.

  1. Genehmigung durch die Krankenkasse

Nach positiver Prüfung erteilt die Krankenkasse die Kostenübernahme.

Dieser Prozess wirkt für Angehörige oft komplex. Ein erfahrener Intensivpflegedienst unterstützt Sie bei der Antragstellung, koordiniert die Kommunikation und sorgt für eine reibungslose Genehmigung.

Gibt es Zuzahlungen bei häuslicher Intensivpflege?

In den meisten Fällen fällt keine nennenswerte Eigenbeteiligung an. Gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren leisten lediglich die allgemeine Zuzahlung für häusliche Krankenpflege

  • 10 % der Kosten
  • Maximal 10 € pro Tag
  • Begrenzt auf höchstens 28 Tage pro Kalenderjahr

Viele Betroffene sind zudem von Zuzahlungen befreit, etwa bei chronischen Erkrankungen oder geringem Einkommen. Für die eigentliche Intensivpflege entstehen somit in der Regel keine laufenden Zusatzkosten.

Welche Rolle spielt die Pflegeversicherung?

Neben der Krankenkasse kann auch die Pflegeversicherung Leistungen erbringen. Diese betreffen jedoch nicht die medizinische Intensivpflege, sondern ergänzende Bereiche wie:

  • Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität)
  • Hauswirtschaftliche Versorgung
  • Pflegehilfsmittel

Je nach Pflegegrad stehen Pflegegeld oder Pflegesachleistungen zur Verfügung. Diese Leistungen reduzieren zusätzliche Belastungen, ersetzen aber nicht die Finanzierung durch die Krankenkasse.

Welche Kosten werden nicht automatisch übernommen?

Trotz der umfassenden Absicherung gibt es einzelne Bereiche, die nicht automatisch von der Krankenkasse getragen werden, zum Beispiel:

  • Besondere Komfort- oder Wunschleistungen
  • Nicht medizinisch notwendige Zusatzangebote
  • Bestimmte bauliche Maßnahmen ohne Genehmigung

Hier ist eine frühzeitige Beratung entscheidend, um Klarheit zu schaffen und realistische Erwartungen zu setzen. Seriöse Anbieter informieren transparent über mögliche Kostenpunkte.

Häusliche Intensivpflege oder Pflegeheim – ein Kostenvergleich

Oft wird angenommen, dass ein Pflegeheim günstiger sei als häusliche Intensivpflege. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig das Gegenteil.

Im Pflegeheim entstehen regelmäßig hohe Eigenanteile, unter anderem für:

  • Unterkunft und Verpflegung
  • Investitionskosten
  • Nicht gedeckte Pflegeleistungen

Diese Kosten müssen Bewohner meist selbst tragen. Bei der häuslichen Intensivpflege hingegen übernimmt die Krankenkasse die medizinisch notwendige Versorgung nahezu vollständig. Für viele Familien ist sie daher die finanziell planbarere Lösung.

Warum ist eine professionelle Beratung so wichtig?

Die Kostenfrage ist eng mit rechtlichen, medizinischen und organisatorischen Aspekten verbunden. Fehlerhafte Anträge, unklare Verordnungen oder fehlende Nachweise können zu Verzögerungen oder Ablehnungen führen.

Spezialisierte Pflegedienste sorgen für:

  • Korrekte und vollständige Antragstellung
  • Transparente Kostenaufklärung
  • Enge Abstimmung mit Krankenkassen und Ärzten
  • Langfristige Versorgungssicherheit

So werden finanzielle Risiken minimiert und der Fokus bleibt auf der bestmöglichen Pflege.

Häufige Sorgen von Angehörigen und die Realität

Viele Angehörige befürchten, dass sie die Kosten langfristig nicht tragen können oder plötzlich vor hohen Rechnungen stehen. In der Realität zeigt sich jedoch:

  • Die häusliche Intensivpflege ist gesetzlich klar geregelt
  • Die Krankenkasse trägt den Großteil der Kosten
  • Eigenanteile sind meist gering oder entfallen vollständig
  • Eine Ablehnung ist bei medizinischer Notwendigkeit selten

Wichtig ist, frühzeitig kompetente Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Häufige Fehler bei der Kostenklärung und wie man sie vermeidet

In der Praxis zeigen sich immer wieder typische Stolpersteine, die zu Unsicherheiten oder Verzögerungen bei der Kostenübernahme führen können. Ein häufiger Fehler ist eine unzureichend formulierte ärztliche Verordnung, bei der der intensivpflegerische Bedarf nicht klar genug begründet wird. Auch unvollständige Unterlagen oder fehlende Abstimmungen zwischen behandelnden Ärzt:innen, Pflegediensten und Krankenkassen können den Genehmigungsprozess unnötig verlängern.

Ebenso wird der Einfluss des Versorgungssettings oft unterschätzt. Ob die Pflege im eigenen zu Hause, in einer Intensiv-Wohngemeinschaft oder in einer spezialisierten Einrichtung erfolgt, kann Auswirkungen auf Organisation, Abläufe und ergänzende Kosten haben. Eine frühzeitige Planung sorgt hier für Transparenz und vermeidet spätere Überraschungen.

Entscheidend ist daher eine strukturierte Begleitung von Anfang an.

Fazit: Hohe Kosten, aber verlässliche Absicherung

Die Kosten der häuslichen Intensivpflege sind hoch, stellen für Betroffene jedoch in der Regel kein finanzielles Risiko dar. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die medizinisch notwendige Versorgung nahezu vollständig, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.

Die häusliche Intensivpflege ermöglicht nicht nur eine sichere medizinische Versorgung, sondern auch mehr Lebensqualität, Selbstbestimmung und Nähe zu Angehörigen. Mit der richtigen Beratung und einem erfahrenen Partner an der Seite wird sie zu einer verlässlichen und finanziell abgesicherten Pflegeform.

FlexiHIP steht für Transparenz, Fachkompetenz und individuelle Begleitung. Damit Kostenfragen geklärt sind und der Mensch im Mittelpunkt bleibt.

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Weaning

Was ist Weaning? Weaning bezeichnet den Prozess des schrittweisen Entwöhnens von einer maschinellen Beatmung bei Patientinnen und Patienten, die zuvor auf invasive oder nicht-invasive Beatmung angewiesen waren. Ziel ist es, die Spontanatmung wiederherzustellen, die Abhängigkeit vom Beatmungsgerät zu reduzieren und langfristig eigenständige Atmung zu ermöglichen. Der Begriff „Weaning“ stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „entwöhnen“. Es ist ein zentraler Bestandteil der Intensivmedizin und Beatmungspflege, insbesondere für Patientinnen und Patienten mit schwerer Lungenerkrankung, neuromuskulären Störungen oder nach längeren Intensivaufenthalten. Eine erfolgreiche Entwöhnung von der Beatmung verbessert die Lebensqualität und reduziert das Risiko von Komplikationen, die mit einer langfristigen maschinellen Beatmung einhergehen. Wann wird Weaning durchgeführt? Weaning wird notwendig, wenn die Grunderkrankung, die eine künstliche Beatmung erforderlich gemacht hat, ausreichend stabilisiert ist und die Patientinnen und Patienten in der Lage sind, selbstständig zu atmen. Typische Situationen sind: Nach akuten Lungenerkrankungen wie Pneumonie oder ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome) Nach Operationen, die vorübergehend eine Beatmung erforderten Bei chronischen Lungenerkrankungen wie COPD, Asthma oder neuromuskulären Erkrankungen Nach längeren Intensivaufenthalten mit invasiver Beatmung Die Entscheidung erfolgt individuell und wird regelmäßig anhand von klinischen Parametern wie Atemfrequenz, Blutgaswerten und Muskelkraft überprüft. Welche Weaning-Methoden gibt es? Es gibt verschiedene Methoden, um Patientinnen und Patienten schrittweise von der Beatmung zu entwöhnen: Spontanatmungsversuche: Patientinnen und Patienten atmen für eine festgelegte Zeit eigenständig, während das Beatmungsgerät nur unterstützend tätig ist. Intermittierendes Weaning: Wechsel zwischen maschineller Unterstützung und selbstständiger Atmung über definierte Zeiträume. Druckunterstütztes Weaning: Das Beatmungsgerät unterstützt die Atmung nur minimal, um die Atemmuskulatur zu trainieren. Die Auswahl der Methode richtet sich nach dem Gesundheitszustand, der Grunderkrankung und der Atemmuskelfunktion. Wie erfolgen die Pflege und Betreuung? Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte spielen eine zentrale Rolle. Sie überwachen kontinuierlich Vitalzeichen, Sauerstoffsättigung, Atemfrequenz und Blutgaswerte. Außerdem unterstützen sie Patientinnen und Patienten bei Atemübungen, Physiotherapie und Positionierung, um die Lungenbelüftung zu verbessern. Angehörige werden in den Prozess einbezogen, insbesondere bei längerfristigem Weaning zu Hause oder in außerklinischen Einrichtungen. Welche Risiken und Herausforderungen gibt es? Es kann mit verschiedenen Risiken und Herausforderungen verbunden sein: Atemnot oder Erschöpfung der Atemmuskulatur Blutgasveränderungen wie Hypoxämie oder Hyperkapnie Herz-Kreislauf-Belastung bei geschwächten Patientinnen und Patienten Rückfall in die Beatmung bei unzureichender Atemleistung Eine sorgfältige Überwachung, angepasste Weaning-Strategien und interdisziplinäre Zusammenarbeit minimieren diese Risiken. Was ist das Ziel des Weaning? Das Ziel ist die Wiederherstellung einer eigenständigen, sicheren Atmung, die Reduktion der Abhängigkeit von Beatmungsgeräten und die Verbesserung der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Erfolgreiches Weaning kann Krankenhausaufenthalte verkürzen, Komplikationen der Langzeitbeatmung vermeiden und die körperliche Belastbarkeit wiederherstellen.

Trachealkanüle

Was ist eine Trachealkanüle? Eine Trachealkanüle ist ein medizinisches Hilfsmittel, das in die Luftröhre (Trachea) eingesetzt wird, um die Atemwege offen zu halten und eine künstliche Beatmung zu ermöglichen. Sie kommt vor allem bei Patientinnen und Patienten zum Einsatz, deren natürliche Atmung durch Erkrankungen, Verletzungen oder Operationen eingeschränkt ist. Trachealkanülen sind ein zentraler Bestandteil der invasiven Beatmung und der Intensivpflege. Sie ermöglicht eine direkte Sauerstoffzufuhr und erleichtert die medizinische Überwachung der Atemfunktion, besonders in kritischen Situationen. Wann wird eine Trachealkanüle eingesetzt? Eine Trachealkanüle wird eingesetzt, wenn die Atemwege dauerhaft oder vorübergehend gesichert werden müssen. Typische Einsatzgebiete sind: Atemwegsverengungen durch Tumore oder Schwellungen Neurologische Erkrankungen, die die Atemkontrolle beeinträchtigen Nach schweren Operationen im Hals- oder Gesichtsbereich Bei längerfristiger invasiver Beatmung auf Intensivstationen Sie ermöglicht eine sichere Beatmung, erleichtert das Absaugen von Sekret und reduziert das Risiko einer Atemwegsobstruktion. Zudem kann sie lebensbedrohliche Atemnot verhindern und bildet die Grundlage für eine gezielte Beatmungs- und Sauerstofftherapie. Welche Arten von Trachealkanülen gibt es? Es gibt unterschiedliche Trachealkanülen, die je nach Patientenbedürfnis und medizinischen Einsatz gewählt werden: Standard-Trachealkanüle: Einfach Kanüle für die Atemwegssicherung Blockbare Kanüle: Mit aufblasbarem Cuff für sicheren Sitz und Beatmung Sprechkanüle: Ermöglicht Patientinnen und Patienten, trotz Kanüle zu sprechen Dekanülierbare Kanüle: Für Patientinnen und Patienten, die zeitweise auf Tracheostoma verzichten können Die Wahl der Kanüle hängt von der Dauer der Beatmung, dem Gesundheitszustand und den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ab. Wie erfolgen die Pflege und Betreuung? Die Pflege einer Trachealkanüle erfordert spezielle Kenntnisse. Pflegekräfte überwachen die Atemwege, reinigen und wechseln die Kanüle regelmäßig, führen Absaugmaßnahmen durch und kontrollieren auf mögliche Infektionen oder Druckstellen. Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen werden in die Pflege und Handhabung eingewiesen, besonders bei außerklinischer Intensivpflege zu Hause. Darüber hinaus unterstützen Pflegekräfte Patientinnen und Patienten beim Sprechen, Schlucken und der Atemtherapie, um die Lebensqualität zu erhalten und Komplikationen vorzubeugen. Welche Risiken gibt es? Trotz ihrer lebensrettenden Funktion können Trachealkanülen Risiken bergen: Infektionen der Atemwege Verlegung durch Sekret Druckgeschwüre oder Schleimhautreizungen Verletzungen der Luftröhre beim Einsetzen oder Wechsel Eine fachgerechte Pflege und regelmäßige Kontrolle minimieren die Risiken erheblich. Regelmäßige Schulungen für Betroffene und Angehörige tragen dazu bei, Fehler zu vermeiden und den sicheren Umgang mit der Kanüle zu gewährleisten. Welche Bedeutung hat die Trachealkanüle? Sie ist ein unverzichtbares Hilfsmittel in der Intensiv- und Beatmungspflege. Sie sichert die Atemwege, ermöglicht eine kontrollierte Beatmung und trägt maßgeblich zur Lebensqualität und Sicherheit von Patientinnen und Patienten, die auf invasive Beatmung angewiesen sind.

Patientenverfügung

Was ist eine Patientenverfügung? Eine Patientenverfügung ist eine schriftliche Erklärung, mit der eine Person im Voraus festlegt, welche medizinischen Maßnahmen sie wünscht oder ablehnt, falls sie aufgrund von Krankheit, Unfall oder Bewusstlosigkeit nicht mehr in der Lage ist, selbst Entscheidungen zu treffen. Sie ist ein zentrales Instrument der persönlichen Vorsorge und dient dazu, das Selbstbestimmungsrecht der Patientinnen und Patienten auch in Situationen zu wahren, in denen keine eigene Willensäußerung mehr möglich ist. Die Patientenverfügung richtet sich an Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräfte und andere an der Versorgung beteiligte Personen und soll sicherstellen, dass medizinische Behandlungen im Einklang mit den persönlichen Wertvorstellungen und Wünschen erfolgen. Wann wird eine Patientenverfügung relevant? In einer Patientenverfügung können konkrete Aussagen zu gewünschten oder abgelehnten medizinischen Maßnahmen getroffen werden. Dazu zählen unter anderem lebensverlängernde Maßnahmen wie: Künstliche Beatmung Wiederbelebung Künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr Dialyse Sowie die Gabe von Medikamenten Ebenso können Wünsche zur Schmerztherapie, zur palliativen Versorgung oder zur Begleitung am Lebensende festgehalten werden. Je konkreter und situationsbezogener die Formulierungen sind, desto besser können Ärztinnen und Ärzte und Pflegekräfte den Willen der betroffenen Person umsetzen. Wer muss die Patientenverfügung beachten? Eine gültige Patientenverfügung ist rechtlich bindend. Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal, gesetzliche Betreuer sowie bevollmächtigte Personen sind verpflichtet, die darin festgelegten Wünsche zu berücksichtigen, sofern sie auf die aktuelle Behandlungssituation zutreffen. In der Praxis unterstützt sie die interdisziplinäre Zusammenarbeit, indem sie klare Orientierung bietet und Unsicherheiten bei medizinischen Entscheidungen reduziert. Wie wird sie erstellt? Die Patientenverfügung muss schriftlich verfasst und eigenständig unterschrieben sein. Eine notarielle Beglaubigung ist nicht zwingend erforderlich, kann jedoch zur rechtlichen Absicherung beitragen. Die Verfügung kann jederzeit geändert oder vollständig widerrufen werden. Es wird empfohlen, sie regelmäßig zu überprüfen, insbesondere bei Veränderungen der Lebenssituation oder des Gesundheitszustands. Häufig wird sie mit einer Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung kombiniert, um auch rechtliche und organisatorische Fragen zu regeln. Welche Bedeutung hat die Patientenverfügung? Die Patientenverfügung spielt eine zentrale Rolle in der modernen Medizin und Pflege. Sie schafft Klarheit in ethisch und emotional belastenden Situationen, entlastet Angehörige von schwierigen Entscheidungsfragen und gibt Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegefachkräften rechtliche und moralische Sicherheit. Insbesondere in der Intensivpflege, der Beatmungspflege und der palliativen Versorgung ist sie ein wichtiges Instrument, um unnötige oder nicht gewünschte Behandlungen zu vermeiden und eine würdevolle Versorgung sicherzustellen. Damit leistet die Patientenverfügung einen entscheidenden Beitrag zu einer selbstbestimmten, respektvollen und patientenorientierten Gesundheitsversorgung.

Vitalzeichen

Was sind Vitalzeichen? Vitalzeichen sind grundlegende medizinische Messwerte, die Aufschluss über die lebenswichtigen Funktionen des menschlichen Körpers geben. Sie dienen der Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustands und ermöglichen es, Veränderungen oder lebensbedrohliche Situationen frühzeitig zu erkennen. Die regelmäßige Erhebung der Vitalzeichen ist ein zentraler Bestandteil der medizinischen Diagnostik sowie der professionellen Pflege. Welche Vitalzeichen gibt es? Zu den klassischen Vitalzeichen zählen: Puls (Herzfrequenz): Gibt Auskunft über die Herzaktivität und den Kreislauf. Blutdruck: Zeigt den Druck des Blutes in den Gefäßen an und ist ein wichtiger Indikator für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Atemfrequenz: Beschreibt die Anzahl der Atemzüge pro Minute und liefert Hinweise auf die Atemfunktion. Körpertemperatur: Dient der Beurteilung von Stoffwechsel, Infektionen oder Entzündungen. Ergänzend werden häufig weitere Parameter als „erweiterte Vitalzeichen“ betrachtet, wie die Sauerstoffsättigung (SpO2), der Bewusstseinszustand oder Schmerzintensität und bei Intensivpatientinnen oder Intensivpatienten häufig auch Blutzucker, Herzrhythmus oder zentrale Venendruckwerte. Was ist die Bedeutung? Vitalzeichen sind ein Grundpfeiler in der medizinischen Versorgung, insbesondere in der Intensivpflege, Notfallmedizin und bei chronisch kranken Patientinnen und Patienten. Sie ermöglichen schnelle Entscheidungen, die Sicherheit erhöhen und Komplikationen vermeiden. Wann und warum werden Vitalzeichen erhoben? Vitalzeichen werden routinemäßig im Krankenhaus, in Pflegeeinrichtungen, in der ambulanten Versorgung und in Notfallsituationen kontrolliert. Besonders relevant sind sie bei akuten Erkrankungen, nach Operationen, bei chronisch kranken Menschen oder auf Intensivstationen. Veränderungen und Schwankungen sind oft die frühesten Hinweise auf Verschlechterungen, wie etwa Kreislaufprobleme, Infektionen oder Atemnot und können Leben retten, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Wie werden Vitalzeichen gemessen? Je nach Vitalparamenter kommen unterschiedliche Mesmethoden zum Einsatz, darunter Blutdruckmessgeräte, Pulsoximeter, Thermometer oder die manuelle Kontrolle von Puls und Atmung. Die Messung kann manuell oder mithilfe moderner Medizintechnik erfolgen. Exakte Messung und Dokumentation sind entscheidend für die Zuverlässigkeit der Werte. Wie werden Vitalzeichen überwacht und dokumentiert? Besonders bei Intensivpatientinnen und Patienten, die medikamentös behandelt werden, ist die regelmäßige Kontrolle und Dokumentation wichtig. Pflegekräfte dokumentieren die Werte nicht nur, sondern werten sie auch im Zusammenhang mit Symptomen und Laborwerten aus. Durch die Schulung von Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen können Vitalzeichen auch im häuslichen Umfeld korrekt beobachtet werden. Welche Rolle spielen Pflegekräfte? Pflegekräfte übernehmen eine Schlüsselrolle bei der Überwachung, Dokumentation und Interpretation. Sie erkennen Abweichungen vom Normalbereich, leiten entsprechende Maßnahmen ein und informieren bei Bedarf das ärztliche Team. Die kontinuierliche Beobachtung trägt wesentlich zur Patientensicherheit bei. Was ist das Ziel der Vitalzeichenkontrolle? Ziel ist es, den Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten kontinuierlich zu überwachen, Risiken frühzeitig zu erkennen und ihre Therapien anzupassen, außerdem tragen sie dazu bei, Patientinnen oder Patienten stabil zu halten, kritische Situationen zu verhindern und die Lebensqualität langfristig zu sichern.

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